Aufruf

Niemand ist vergessen!

Wir rufen auf, am Gedenk-Spaziergang für Günter Schwannecke, Berliner Kunstmaler und ein Todesopfer rechter Gewalt, anlässlich seines 28. Todestages teilzunehmen.
Der Gedenkspaziergang beginnt am 29. August 2020, um 16.00 Uhr, auf dem Günter-Schwannecke-Spielplatz (Pestalozzistraße, Ecke Fritschestraße), in Berlin-Charlottenburg. Auf der Strecke (1,5 km / 1:30 Stunden) werden wir seines Lebens im Kiez gedenken. An den sechs Stationen im Kiez gibt es genügend Sitzgelegenheiten. Wir bitten darum, an den Spielplatz Blumen mitzubringen. Um sich selbst und andere zu schützen, soll ein Mund-Nase-Schutz mitgebracht werden.
Wir erinnern an Günter Schwannecke und die Umstände seines gewaltsamen Todes. Wir werden den Fall weiterhin recherchieren, aufarbeiten und politisch aufklären sowie öffentlich darüber informieren.
Wir erreichten bereits die staatliche Anerkennung Günter Schwanneckes als Todesopfer rechter Gewalt. Wir wollen, dass alle Todesopfer rechter Gewalt endlich diese Anerkennung erfahren.
Wir fordern, angesichts zunehmender Obdachlosigkeit ein Ende von Verdrängung und Wohnungsnot in Berlin sowie Schutz für Menschen ohne Wohnung, Zugang zu Rettungsstellen und medizinischer Versorgung in Zeiten der Pandemie.
Wir fordern, dass das Umfeld der Neonazi-Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ in Berlin endlich parlamentarisch aufgeklärt wird. Wir wollen das Ende der Anschlagserie in Berlin-Neukölln und eine Aufklärung der Verbandelung von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Günter Schwannecke war ein bekannter und für gesellschaftliche Veränderung engagierter Kunstmaler. Im Sommer 1992 war er wohnungslos. Er verbrachte mit dem Künstler Hagen Knuth den Abend des 29. August an dem Spielplatz. Sie beobachteten die Neonazis Norman Z. und Hendrik J., die dort Menschen mit Migrationsgeschichte rassistisch beleidigten und zu vertrieben. Günter Schwannecke und Hagen Knuth bewiesen Zivilcourage und mischten sich ein. Z. schlug mit einem Baseballschläger auf beide ein. Knuth überlebte, doch Günter Schwannecke starb am 5. September 1992 an den schweren Verletzungen. Er musste sterben, weil er Zivilcourage gezeigt hatte. Günter Schwannecke ist eines der mindestens 200 Todesopfer rechter Gewalt in Deutschland seit 1990 und erfuhr erst 2018 staatliche Anerkennung. Z. war Anfang der 1990er in der Berliner Skinheadszene. Er hatte enge Kontakte in das spätere Umfeld der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“.

→ Günter-Schwannecke-Gedenkspaziergang am 29. August 2020 um 16:00 auf dem Günter-Schwannecke-Spielplatz (Pestalozzistr./Fristschestr.) – mit Mund-Nase-Schutz

Wir unterstützen die Gedenkinitiative

  1. AK Marginalisierte gestern & heute
  2. Anarchosyndikalistische Jugend Berlin (ASJ)
  3. Antifa Westberlin
  4. Antifaschistische Linke Jugend (ALJ)
  5. Antirassistische Initiative Berlin (ARI)
  6. Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (Berliner VVN-BdA) und Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Verband der Antifaschistinnen und Antifaschisten Westberlin (VVN-VdA Westberlin)
  7. Die Linke Charlottenburg-Wilmersdorf
  8. GLADT
  9. Informationsdienst Blick nach rechts (bnr.de)
  10. Initiative „Kein Vergessen“ Koblenz (Initiative im Gedenken an Frank Bönisch)
  11. Jusos Berlin und Jusos Charlottenburg-Wilmersdorf
  12. Kiezbündnis Klausenerplatz
  13. Kinder- und Jugendzentrum Schloss19
  14. Niemand ist vergessen! (Initiative im Gedenken an Dieter Eich)
  15. North East Antifascists (NEA)
  16. Ökumenisches Zentrum für Umwelt-, Friedens- und Eine-Welt-Arbeit (Wilma 163)
  17. Piratenpartei Charlottenburg-Wilmersdorf
  18. Red & Anarchist Skinheads Berlin-Brandenburg (RASH)
  19. Siempre Antifascista
  20. SJD – Die Falken Berlin
  21. SPD Charlottenburg-Wilmersdorf und SPD Lietzensee
  22. ver.di Jugend Berlin

Einzelpersonen

  1. Agnethe Ellingsen
  2. Carolina Böhm, Vorstand SPD Charlottenburg-Wilmersdorf und MdBVV Charlottenburg-Wilmersdorf (SPD-Fraktion)
  3. Dieter Puhl, Leiter der Evangelischen Bahnhofsmission Zoo
  4. Dr. Felicitas Tesch, Vorstand SPD Charlottenburg-Wilmersdorf
  5. Jonas Feldmann
  6. Kevin Kühnert, stv. Bundesvorsitzender Jusos
  7. Marlene Cieschinger
  8. Merle von Wittich
  9. Mia Göhring, Theaterdramaturgin
  10. Rainer Eurskens, Vorstand SPD Lietzensee
  11. Wolfgang Tillinger, MdBVV Charlottenburg-Wilmersdorf (SPD-Fraktion)
  12. Walter Vitt, Internationaler Kunstkritikerverband (AICA) deutsche Sektion, Herausgeber der „Schriften zur Kunstkritik“
  13. Bernhard Schulz

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Aufruf-Archiv

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