Aufruf zur Günter-Schwannecke-Kundgebung am 29. August 2014

29. August 2014
18:00bis19:30

Niemand ist vergessen! Anerkennung für Günter Schwannecke!

Wir rufen auf: anlässlich des 22. Todestages an der Gedenk-Kundgebung für Günter Schwannecke, Berliner Kunstmaler und ein Opfer rechter Gewalt, teilzunehmen. Das Gedenken findet am 29. August 2014, ab 18.00 Uhr, auf dem Günter-Schwannecke- Spielplatz (Pestalozzistraße, Ecke Fritschestraße), in Berlin-Charlottenburg statt. Wir bitten darum Blumen mitzubringen.

Wir fordern, dass die Bundesregierung und der Berliner Senat Günter Schwannecke dauerhaft als Todesopfer rechter Gewalt anerkennen. Wir werden den Fall weiterhin recherchieren, aufarbeiten und politisch einordnen und öffentlich darüber informieren.

Günter Schwannecke war ein bekannter und für gesellschaftliche Veränderung engagierter Kunstmaler. Er saß mit dem Künstler Hagen Knuth am Abend des 29. Augusts an dem Spielplatz. Die Neonazis Norman Z. und Hendrik J. kamen hinzu, um Menschen mit Migrationsgeschichte rassistisch zu beleidigen und zu vertreiben. Günter Schwannecke und Hagen Knuth bewiesen Zivilcourage und mischten sich ein. Z. schlug mit einem Baseballschläger auf beide ein. Knuth überlebte, doch Günter Schwannecke starb am 5. September 1992 an den schweren Verletzungen. Er musste sterben, weil er Zivilcourage gezeigt hatte. Umso erschreckender ist, dass Günter Schwannecke ein weitgehend unbeachtetes Opfer rechter Gewalt geblieben ist.
Die menschenverachtende, rassistische Gesinnung des Täters Z. ist die Ursache der Tat. Er wurde 1993 zu nur 6 Jahren Haft wegen „Körperverletzung mit Todesfolge“ verurteilt. In seinem neonazistischen Umfeld waren Hass und Gewalt gegen Ausgegrenzte und Andersdenkende fest verankert. Z. war im Ku-Klux-Klan aktiv. Freunde von ihm waren Neonazikader und wurden als Gewalttäter und im Zusammenhang mit dem NSU bekannt.

Günter Schwannecke ist eines der mindestens 184 Opfer rechter Gewalt in Deutschland seit 1990. Nur fünf Tage vor dem Überfall auf ihn hatte in Rostock-Lichtenhagen ein mehrtägiges Pogrom gegen Flüchtlinge und Vertragsarbeiter_innen stattgefunden. In Deutschland herrschte eine nationalistische, rassistische Stimmung. Nur in diesem Zusammenhang kann die Tat verstanden werden.

Wir kämpfen entschieden gegen Sozialchauvinismus, Rassismus, Antiziganismus, Antisemitismus, Homophobie, Sexismus und Neonazismus!

In Erinnerung an Günter Schwannecke! Kein Vergeben! Kein Vergessen!

Zeit: Donnerstag, 29. August 2014, Beginn um 18:00 Uhr
Ort: Pestalozzistaße, Ecke Fritschestraße in Chalottenburg (Günter-Schwannecke-Spielplatz)
Anreise: S Charlottenburg (S5, S7, S75, BUS 309), BUS Kaiser-Friedrich-Straße/Kantstraße (BUS 109, M49, X34), U Wilmersdofer Straße (U7)

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